Entdeckungen
Hallo liebe Freunde und Familie
wir sind wieder zurueck in Kathmandu nach unserer 2 Wochen Wanderung
in Helambu. Jetzt geniessern wir wieder warme Duschen und gutes Essen.
Auf unserem Treck ist alles gut gelaufen und es war sehr schoen,
trotz einiger Regentage. Der Monsun fing dieses Jahr spaet an und ging
dafuer leider etwas laenger. Wir sind dann einfach laenger an unserem
Stop geblieben, was fuer die Kinder ideal war. Es gab immer neue
Sachen zu entdecken bei unseren Erkundungstouren und wir waren schnell
von einer Kinderschar umlagert, die alles beobachteten.
Die Kinder haben echt gut mitgemacht, sie mussten auch sehr wenig
laufen. Unser 2. Pony, was eigentlich fuer Gepaeck gedacht war, hat
sich geweigert dies zu tragen. Also haben wir noch einen Porter mehr
genommen und beide Kinder konnten die ganze Zeit reiten- so gab es
wenig Streit. Auch die befuerchtete Motivationsarbeit waerend des
Laufens fiel aus, da die Kinder ohne Probleme 5-6 Stunden geritten
sind (natuerlich mit Pausen). Lia wurde total verwoehnt von unserer
Crew, sie musste kaum einen Fuss vor den anderen machen. Sie wurde
immer getragen, auch wenn die Kinder von den Ponys steigen mussten,
weil es zu steil runter ging. Das war doch relativ oft, weil die
Wanderwege in Helambu viel mit Steinstufen gebaut sind, Das war dann
sehr rutschig fuer die Pferde. Tim ist toll gelaufen wenn es noetig
war.
Besonders wenn wir in Doerfern mit vielen Kindern und Tieren waren,
hatten Tim und Lia spass. Kueken fangen, beim Wasserbueffelmelken
zuschaun. Getreide ernten und trocknen etc. Das Leben in den
Doerfern war fuer uns alle faszinierend weil es so anders ist.
Besonders duch die vielen verschiedenen Handwerke die ausgefuert
werden: Teppiche herstellen, Matten und Koerbe flechten, Messer
schmieden …
Da wir auf keiner Touristenroute wanderten wurden wir (besonders Tim)
genauso bestaunt.
Wie auch bei meinen vorherigen Besuchen in Nepal bin ich wieder von
der Offenheit und Herzlichkeit der Leute begeistert.
Es war etwas schockierend wenn wir nach dem Alter der Kinder gefragt
haben. Sie sehen alle 3-4 Jahre juenger aus vergliechen mit Kindern
bei uns (was auch ihr Benehmen betrifft).
Obwohl Festivalzeit war und viele Staedter ihre Verwandten auf dem
Land besucht haben, gab es so gut wie nie jemanden der Englisch
sprach, was uns sehr daran erinnert hat endlich intensiv mit dem
Nepalilernen anzufangen. Bisher waren wir immer so mit organisieren,
shopping oder Kindernprogram beschaeftigt, dass wir kaum Fortschritte
gemacht haben…
Wir hatten eine sehr nette Gruppe zum wandern. Alle arbeiten auch in
der Schule in Gangkharka. 2 Pferdefuehrer, die auch Gepaeck getragen
haben (plus Lia, wenn noetig). einen Porter-Koch und unsere 17
jaehrige Uebersetzerin, die nicht so gut war. Leider konnte die
urspruenglich geplante nicht kommen, da ihr Mutter krank wurde. Die
haelfte der Zeit war auch noch Sonam, der 9 jaehrige Neffe von Dorjee,
dem Gruender unserem Organisation dabei, was fuer die Kinder schoen
war.
Wir haben in Guest Haeusern oder Familien geschlafen und haben unser
Zelt gar nicht gebraucht.
Ich hab das Wandern in der wunderschoenen Gegend sehr genossen.
In Gangkharka, wo wir jetzt leben werden, hat es 3 Tage nur geregnet.
Es liegt am Ende vom Tal auf 2000 m Hoehe. Die 110 Kinder und Lehrer
waren fast alle in Urlaub bei ihren Verwandten. Deswegen konnten wir
keinen alltaeglichen Eindruck vom Leben dort bekommen, Nur die
Aufbauarbeiten an der Schule/ Internat waren im vollen Gange. Alles
war in den Hof getragen, da es neue Betonboeden gab und es wurden
Holzdoppelbetten hergestellt.
Das Dorf ist 20 Minuten Fussweg entfernt von der Schule. Es ist sehr
schoen gelegen mit tollem Ausblick auf die Langtangschneeberge und
tiefen Taeler. Aber es wirkte. verglichen mit den anderen Doerfern.
sehr leblos, da nur noch 3 Haeuser bewohnt waren und es gibt dort
keine Kinder. Die meisten Bewohner sind in den letzten Jahren in die
Stadt oder ins Ausland gegangen, insbesondere waehrend der Zeit des
Zivilkrieges.
Wir werden in das freie Haus neben Ibi und Meme (Grossmutter und
Grossvater) ziehen. Sie sind die netten Eltern unseres
Projektdirektors Dorjee und leben noch das traditionelle Sherpaleben.
Der Vorteil dort fuer uns ist, dass sie schon eine Toilette haben (
das ist noch gar keine Selbstverstaendlichkeit in dem Tal), eine
Wasserstelle dirkt vor dem Haus und ein Solarmodul auf dem Dach. Das
bedeutet, dass wir wenigstens ein bisschen Licht abends haben und
nicht nur im Kerzenschein sitzen muessen.
Unser Raum ist ca 50qm gross und hat eine Feuerstelle zum Kochen und
heizen. Dadrueber ist ein kleiner Metallherd mit Abzugsrohr. Das
Kochen mit dem Feuer sieht sehr leicht aus, mal sehn wie wir das
hinbekommen.
Gerade kaufen wir hier in Kathmandu viele Sachen fuer unseren neuen
Haushalt und freuen uns darauf ihn einzurichten.
Am 2.11. brechen wir wieder nach Gangkharka auf, da dort eine Woche
spaeter das Healthcamp losgeht. Danach gehen wir noch in 3 anderen
Doerfer um die Leute dort medizinisch zu versorgen.
Bis Anfang Dezember sind wir dann erst mal nicht erreichbar und wir
melden uns wieder wenn wir in Kathmandu sind.
Am 10.12. fliegen wir fuer 4 Wochen nach Goa und werden dort den
Strand und die Waerme geniessen. Ach, haben wir ein gutes Leben!
